
Ausgangssituation
Bei 89 Kilo gab es von Michaela keine Fotos von vorne mehr. Sie stellte sich hinter andere, suchte vor dem Spiegel den schmalsten Winkel und kaufte Hosen mit Stretchanteil, beim Einkaufen war sie zwischen L und XL gelandet. Versucht hatte sie alles: Low Carb, Weight Watchers, Intervallfasten, dazu Radfahren, Joggen, Krafttraining. Die Waage stand trotzdem still, und das Lipödem machte jeden Versuch schwerer. Auf dem Rad war sie schnell aus der Puste, abends lag sie lieber auf der Couch. Dann kündigte ihr Chef ein Gruppenfoto der Arbeitsgruppe an. Zwei Tage später sah sie das Bild und weinte. Alles kam wieder hoch: das Hänseln im Kindergarten, das Gefühl, nicht mehr hübsch zu sein. „Du kannst halt nicht abnehmen, du bist halt dick und fertig.“
Ziel
Für Michaela ging es nie nur um die Zahl auf der Waage. Sie wollte wieder in Bewegung kommen, wieder Energie haben, wieder sichtbar sein, auch auf Fotos. Ihr erstes Ziel war bewusst klein gewählt: zehn Prozent ihres Körpergewichts, knapp neun Kilo. „Ich möcht wieder glücklich sein.“


Lösung
Mit unserer Unterstützung wurde daraus kein Verzichtsplan. Im Gegenteil: Michaela musste mehr essen als gewohnt und nahm in der ersten Woche erst einmal zwei Kilo zu. Ihr Coach Marcel blieb ruhig: „Gib deinem Körper mal Zeit und vertrau einfach mal.“ Ab Woche drei ging es abwärts. Sie lernte, wie ihr Körper arbeitet, und verlegte den Sport auf den frühen Morgen. Vegan blieb sie dabei, Hunger hatte sie nie. Heute sagt sie: „Ich lasse mich mittlerweile sehr gerne fotografieren. Ich habe keine Angst mehr vor einer gezückten Kamera.“ Das Ergebnis: 21 Kilo weniger, weniger Schmerzen in den Beinen, ruhigere Wechseljahre und ein Lieblingskleid, in das heute fast zwei Michaelas passen.
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